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Christian Schaft, Karola Stange

Mehr Professorinnen an Thüringer Hochschulen

Mit dem gestiegenen Frauenanteil bei den Professuren an den Thüringer Hochschulen setzten sich Christian Schaft, Hochschulpolitiker der Linksfraktion im Landtag, im Rahmen einer Anfrage und Karola Stange, Gleichstellungspolitikerin, bei einem Antrag von Rot-Rot-Grün im Gleichstellungsausschuss des Landtags auseinander.

„Der Anteil von Frauen bei den Professuren lag 2018 in Thüringen bei 21,8 Prozent. 2014 waren es nur 17,4 Prozent. Der Anteil von Professorinnen zeigt deutliche Unterschiede in den Fächergruppen. So lag er 2018 bei den Geisteswissenschaften bei 36 Prozent. Bei den Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften sowie in der Veterinärmedizin stieg er von einem Anteil von 23,1 Prozent im Jahr 2014 auf 37 Prozent im Jahr 2018. Eine nur geringe Steigerung ist bei den Ingenieurswissenschaften auszumachen: Von 10,2 Prozent im Jahr 2014 auf 13,4 Prozent im Jahr 2018“, fasst Karola Stange die Situation an den Hochschulen zusammen.

„Über alle Hochschulen und Fächergruppen hinweg lässt sich feststellen, dass sich die Anzahl der Professorinnen von 2014 zu 2018 um 27,3 Prozent erhöht hat. Damit im Zusammenhang steht auch die Steigerung der Ernennungsquote von Frauen auf Professuren. Diese liegt aktuell bei 44 Prozent“, resümiert Christian Schaft. Wie vorliegenden Zahlen zeigen, liegt die Ernennungsquote für 2016, 2017 und 2018 an der Universität Erfurt mit 71,4 Prozent besonders hoch und am niedrigsten an der TU Ilmenau mit 13,3 Prozent.

„Die aktuelle Rahmenvereinbarung und insbesondere die Ziel- und Leistungsvereinbarungen messen der Erhöhung des Frauenanteils bei den Professuren eine wichtige Rolle bei. Dies zeigt Wirkung und die Hochschulen reagieren mit der notwendigen Sensibilität bei den Berufungen. Die Sorge um mehr Geschlechtergerechtigkeit ist bei den Hochschulen angekommen“, stellt Karola Stange fest.

Christian Schaft gibt einen Ausblick: „Die Vielzahl der Maßnahmen zur Frauenförderung, welche die Hochschulen ergriffen haben, sowie die Rahmenvereinbarung des Landes mit den Hochschulen haben erste Erfolge gezeigt. Die gesetzlichen Maßgaben in Form des novellierten Thüringer Hochschulgesetzes werden diese Entwicklung noch verstärken. Es gilt auch in der kommenden Legislatur, die Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit weiter intensiv fördern. Der Anteil von Frauen an den Professuren von lediglich 21,8 Prozent kann uns nicht zufriedenstellen. Wir wollen dies mit der flächendeckenden Einführung eines so genannten Kaskadenmodells in den Gleichstellungplänen der Hochschulen erreichen. Dabei müssen sich höherrangige Ebenen, wie Professuren, an dem Frauenanteil der unteren Ebenen, wie dem Anteil von weiblichen Promovierenden und Studierenden, orientieren. Dies würde für eine fächergruppenübergreifende Erhöhung des Frauenanteils sorgen.“ Die Berücksichtigung eines solchen Modells findet sich bisher nur in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen der FSU Jena und der TU Ilmenau.


Christian Schaft

Christian Schaft ist Mitglied des Bundesvorstandes der Partei DIE LINKE und Landtagsabgeordneter im Thüringer Landtag für die Fraktion DIE LINKE. im Thüringer Landtag. Er ist Wissenschafts- und hochschulpolitischer Sprecher der Fraktion sowie Mitglied der Enquetekomission Rassimus.