Nach tragischem Todesfall im Amazon-Logistikzentrum: Die Linke fordert lückenlose Aufklärung
Am Amazon-Standort Erfurt-Stotternheim ist am 17. November ein Beschäftigter während der Frühschicht leblos aufgefunden worden. Die arbeits- und gewerkschaftspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, Lena Saniye Güngör, spricht den Angehörigen, Freund:innen und Kolleg:innen des Verstorbenen ihr tiefes Mitgefühl aus und betont, dass ein Vorfall dieser Tragweite eine sorgfältige, transparente und umfassende Aufklärung erfordert.
Am Amazon-Standort Erfurt-Stotternheim ist am 17. November ein Beschäftigter während der Frühschicht leblos aufgefunden worden. Die arbeits- und gewerkschaftspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, Lena Saniye Güngör, spricht den Angehörigen, Freund:innen und Kolleg:innen des Verstorbenen ihr tiefes Mitgefühl aus und betont, dass ein Vorfall dieser Tragweite eine sorgfältige, transparente und umfassende Aufklärung erfordert.
Güngör verweist auf die Berichte der Gewerkschaft ver.di, nach denen der Beschäftigte zuvor vergeblich versucht haben soll, sich krankzumelden. Dazu betont die Abgeordnete: „Es ist erschütternd zu hören, dass bei Amazon offenbar ein System herrscht, in dem Beschäftigte Hemmungen haben sich krankzumelden. Die bekannten Schilderungen der Belegschaft, welch hoher Leistungsdruck, dass Urlaubssperren, zurückgehaltener Lohn bei Krankmeldungen und willkürliche Normvorgaben für ein massives strukturelles Problem bei Amazon sprechen. In diesem Fall geht es nicht um Einzelfehler. Es geht um ein System, das Effizienz maximiert, indem es Menschen an ihre Belastungsgrenzen und darüberhinaus führt.“
Nach den jüngsten Äußerungen des Unternehmens, dass es sich bei dem Todesfall nicht um einen Arbeitsunfall gehandelt hätte, erklärt Güngör: „Dass Amazon offenbar nicht bereit ist Verantwortung für das, was bei Ihnen auf dem Werksgelände geschieht, zu übernehmen, zeigen meines Erachtens die Reaktionen des Unternehmens auf den bekannt gewordenen Todesfall. Ich bin empört, dass die Verantwortung für die gesundheitliche Lage der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgewälzt werden soll. Das ist auch gegenüber den Hinterbliebenen des Verstorbenen ausgesprochen pietätlos.“
Güngör kündigt daher eine Dringlichkeitsanfrage im Thüringer Landtag an, um umgehend Aufklärung zu den Umständen des Todesfalls, zu den internen Meldewegen, den betrieblichen Gesundheitsstandards sowie der Rolle der Aufsichtsbehörden zu verlangen.

