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Sanierungsstau ist ein existenzielles Problem für die Universität Erfurt

Christian Schaft (l.) im Gespräch mit Kanzler der Universität Erfurt Jan (r.) Gerken und Mitarbeitern der Liegenschaftsverwaltung


Anlässlich des heutigen Treffens mit dem Kanzler der Universität Erfurt, Jan Gerken, zur Begutachtung des Sanierungsstaus auf dem Unigelände in Erfurt stellt Christian Schaft, hochschul- und wissenschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag fest: „Der Sanierungsstau ist ein existentielles Problem für die Universität Erfurt. Weil notwendige Sanierungen und Investitionen über die letzten Jahre verschleppt wurden, könnten weitere Gebäudesperrungen aufgrund von Sicherheitsmängeln tatsächlich bald Realität werden.“

Das Audimaxgebäude der Universität Erfurt ist bereits seit über einem halben Jahr gesperrt, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Wie Unikanzler Jan Gerken, gegenüber dem Abgeordneten Christian Schaft erklärte, besteht die Gefahr das dies nicht die letzte Sperrung bleibt, wenn keine zeitnahe Behebung von Mängeln beim Brandschutz und in der Grundsubstanz der Gebäude vorgenommen werden. „Insgesamt geht die Universität derzeit von einem Sanierungsstau  von bis zu 100 Millionen aus. Statt der eigentlich notwendigen Zuweisung für den Erhalt der Bausubstanz von mehr als 1 Million Euro pro Jahr gibt es laut Kanzler Gerken nur 100.000 Euro. Diesen eklatanten Mangel sieht man den Gebäuden leider auch an.“, konstatiert Schaft nach dem Besuch an der Universität.

Zwar werden beispielsweise energetische Sanierungen an den Gebäuden durchgeführt, aber für grundlegende Arbeiten, wie etwa für den Brandschutz, fehlen sowohl Geld wie auch die räumlichen Kapazitäten. So gibt es für die Universität so gut wie keine Ausweichmöglichkeiten, wenn einzelne Objekte komplett saniert würden – und die Sperrung eines für den laufen Betrieb unersetzbaren Gebäudes schließt sich von alleine aus. Eine Möglichkeit könnte daher der Neubau eines „Rotationsgebäudes“ darstellen, das je nach Bedarf unterschiedlich genutzt werden kann.

Schaft ist sich aber auch bewusst, dass dies nicht allein eine Erfurter Spezifik ist, sondern auch andere Hochschulstandorte in Thüringen mit einem erheblichen Sanierungsstau zu kämpfen haben. „Um diesem Problem zu begegnen ist es notwendig, dass die Hochschulen gemeinsam mit dem Wissenschafts- und dem Infrastrukturministerium eine intensive Analyse der notwenigen Maßnahmen zur Behebung des Sanierungsstaus vornehmen und ein nachhaltiger Maßnahmenplan entwickelt wird. Zudem ist der Bund in der Verantwortung sich stärker an der Finanzierung des Hochschulbaus zu beteiligen und die Entflechtungsmittel als investive Maßnahmen auch über 2019 fortzuführen, um die Länder beim Hochschulbau zu unterstützen.“, so Schaft abschließend.

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