Ackerland als Spekulationsobjekt: Steigende Bodenpreise gefährden regionale Landwirtschaft

Anja Müller

Die Kaufpreise für landwirtschaftliche Flächen sind auch 2025 in mehreren Regionen Thüringens erneut deutlich gestiegen, teilweise um bis zu 18 Prozent, wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag hervorgeht. Dazu erklärt Anja Müller, landwirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion: „Diese Entwicklung verschärft den wirtschaftlichen Druck auf Bäuerinnen und Bauern. Ackerland wird zunehmend zum Spekulationsobjekt, während landwirtschaftliche Betriebe kaum noch mithalten können.“

Die Kaufpreise für landwirtschaftliche Flächen sind auch 2025 in mehreren Regionen Thüringens erneut deutlich gestiegen, teilweise um bis zu 18 Prozent, wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag hervorgeht. Dazu erklärt Anja Müller, landwirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion: „Diese Entwicklung verschärft den wirtschaftlichen Druck auf Bäuerinnen und Bauern. Ackerland wird zunehmend zum Spekulationsobjekt, während landwirtschaftliche Betriebe kaum noch mithalten können.“

 

 

Die Antwort auf die Kleine Anfrage zeige zudem, dass insbesondere die Ausweisung geplanter Industrie- und Gewerbegebiete die Preise massiv antreibt. Im Raum Gera/Altenburger Land werde diese Entwicklung besonders deutlich. Dazu die Abgeordnete: „Zwar sind die durchschnittlichen Kaufpreise dort im Vergleich zum Vorjahr um rund 63 Prozent gesunken, dennoch gehört die Region weiterhin zu den teuersten Agrarstandorten Thüringens. Aktuell müssen rund 18.727 Euro pro Hektar landwirtschaftlicher Fläche gezahlt werden – im Vorjahr lagen die Preise noch bei etwa 30.000 Euro. Hintergrund der extremen Preissprünge im ostthüringer Raum ist insbesondere das geplante Industriegebiet Altenburg/Windischleuba, das zu erheblichen spekulativen Erwartungen am Bodenmarkt geführt hat.“

 

Diese Preisentwicklung hat laut Müller gravierende Folgen: „Gerade Junglandwirtinnen und Junglandwirte, kleinere Familienbetriebe sowie solidarische Landwirtschaftsprojekte haben kaum noch Chancen, Flächen zu erwerben. Damit wird der Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten und einer wohnortnahen Lebensmittelversorgung zunehmend erschwert. Boden darf aber keine Ware wie jede andere sein, sondern ist Grundlage unserer Ernährung und gehört in die Hände derjenigen, die ihn bewirtschaften oder der Gemeinschaft.“

 

Müller fordert deshalb eine aktive Bodenpolitik des Landes. Dazu gehörten strengere Regeln gegen Bodenspekulation, ein konsequentes Vorkaufsrecht der öffentlichen Hand, die Stärkung von Landgesellschaften sowie die gezielte Vergabe von Flächen an ortsansässige Betriebe, Junglandwirte und gemeinwohlorientierte Landwirtschaftsprojekte. Zudem müssten bei der Ausweisung von Industrie- und Gewerbegebieten landwirtschaftliche Flächen besser geschützt werden. „Wenn Ackerland immer teurer wird, verlieren nicht nur bäuerliche Betriebe ihre Perspektive, wir verlieren auch regionale Lebensmittel, kurze Transportwege und lebendige ländliche Räume. Thüringen braucht eine Bodenpolitik, die Landwirtschaft schützt statt Spekulation belohnt“, so Müller abschließend.