Mindestlohnerhöhung – Güngör: Mindestlohn endlich armutsfest machen

Lena Saniye Güngör

„Der Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro. Das ist für viele Beschäftigte eine spürbare Entlastung, aber es ist noch kein armutsfester Lohn. Wer Vollzeit arbeitet, muss davon in Würde leben können“, sagt Lena Saniye Güngör, arbeitspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, mit Blick auf die ab kommendem Jahr steigenden Mindestlöhne.

„Der Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro. Das ist für viele Beschäftigte eine spürbare Entlastung, aber es ist noch kein armutsfester Lohn. Wer Vollzeit arbeitet, muss davon in Würde leben können“, sagt Lena Saniye Güngör, arbeitspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, mit Blick auf die ab kommendem Jahr steigenden Mindestlöhne.

„In Thüringen geht es dabei nicht um Randphänomene: Nach Berechnungen des Thüringer Landesamtes für Statistik profitieren rund 160.000 Jobs – etwa 19 Prozent aller Jobs im Land – rechnerisch von der Anhebung auf 13,90 Euro. Frauen und Minijobber:innen sind überdurchschnittlich oft betroffen. Das ist ein handfester Beitrag gegen Niedriglöhne, gegen Altersarmut und gegen die Abwertung von Branchen, die unser Land am Laufen halten“, stellt die Abgeordnete klar.

Zur vermeintlichen Warnung aus Arbeitgeberkreisen, die Erhöhung werde „zwangsläufig“ zu einem massiven Preisschub führen, sagt Güngör: „Ja, Betriebe haben Kosten, aber Löhne sind nicht nur Kosten, sie sind auch Kaufkraft. Gerade kleine Einkommen fließen fast vollständig in den Alltag zurück: in den Supermarkt, zum Bäcker, zur Werkstatt, in die Gastronomie. Das stabilisiert die regionale Wirtschaft statt sie zu schwächen. Studien zeigen zudem, dass Mindestlohnanhebungen typischerweise nur begrenzte, vorübergehende Preiseffekte haben und dass die große Inflationswelle der letzten Jahre vor allem über Energie und Lebensmittel kam, nicht über höhere Löhne im Niedriglohnbereich.“

Die Abgeordnete macht abschließend klar: „Die Mindestlohnkommission gehört abgeschafft. Stattdessen muss der Mindestlohn gesetzlich armutsfest gemacht werden – mit einer klaren, transparenten Regel: jährliche automatische Anpassungen auf mindestens 60 Prozent des Bruttomedianlohns. Das wäre verlässlich, nachvollziehbar und krisenfest und es würde verhindern, dass Beschäftigte jedes Mal aufs Neue um ihre Existenzsicherung betteln müssen. Wer wie die SPD im Wahlkampf ‘15 Euro Mindestlohn’ plakatiert und dann auf eine Kommission verweist, die strukturell keine echte Verhandlungsmacht der Beschäftigten abbildet, wirft politische Nebelkerzen.“